Politische Strahlkraft ist im Krypto-Markt kein Fundament, das zeigt sich aktuell bei mehreren Trump-nahen Token.
Projekte, die direkt mit dem US-Präsidenten oder seinem Umfeld verbunden sind, notieren auf oder nahe ihrer Allzeittiefs. Parallel dazu wächst der politische Druck in Washington. Kursverfall und regulatorische Aufmerksamkeit treffen hier zeitgleich aufeinander.
Der Meme Coin Official Trump mit dem Ticker TRUMP fiel im März 2026 auf ein Allzeittief von rund 2,73 US-Dollar. Aktuell notiert der Token bei etwa 2,80 US-Dollar. Zum Vergleich: Im Januar 2025 lag das Allzeithoch bei über 73 US-Dollar.
Vom Hoch gerechnet ergibt sich damit ein Rückgang von rund 90 Prozent. Das ist ein klassischer Zyklus eines stark narrativ getriebenen Assets: Anfangs hohe Aufmerksamkeit, schnelle Kapitalzuflüsse, anschließend schwindende Liquidität und beschleunigte Abwärtsbewegungen.
Allein in den vergangenen 12 Monaten rutschte der TRUMP Token von etwa 15,60 US-Dollar um über 13 US-Dollar ab. Quelle: CoinMarketCap
Auch der Governance Token von World Liberty Financial, kurz WLFI, steht massiv unter Druck - die DeFi-Plattform wurde von Trumps Söhnen mitgegründet. Der Token fiel kürlich auf rund 0,07 US-Dollar und markierte damit ein neues Allzeittief. Im September 2025 hatte WLFI noch etwa 0,31 US-Dollar erreicht. Das entspricht einem Rückgang von knapp 75 Prozent.
Governance-Token leben von der Erwartung zukünftiger Nutzung und Einflussmöglichkeiten innerhalb eines Protokolls. Wenn Zweifel an Nachhaltigkeit oder Struktur entstehen, reagieren diese Assets besonders sensibel, der Preis spiegelt dann weniger Fundamentaldaten als Vertrauen wider.
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Zusätzliche Dynamik entsteht durch ein geplantes Gala-Event am 25. April. Teilnahmebedingung ist laut Webseite des Meme Coins das Halten von TRUMP-Token.
Mehrere demokratische Senatoren, darunter Elizabeth Warren, Richard Blumenthal und Adam Schiff, fordern in einem Schreiben an Bill Zanker, den Initiator des Meme Coins, detaillierte Auskunft über Zweck und Struktur der Veranstaltung.
Der Vorwurf lautet, es werde Zugang zu Trump in Aussicht gestellt, während Trump und seine Familie von steigender Token-Nachfrage finanziell profitieren könnten.
Auch aus der Krypto-Community kommt deutliche Kritik. Die Rechtsprofessorin Tonya Evans schrieb auf X:
»Wir dachten, Sam Bankman-Fried oder Gary Gensler seien das Schlimmste gewesen, was der Branche passieren konnte. Doch am Ende ist es derjenige, der sich mit Jasagern umgibt, jeden verfügbaren Wert abschöpft und Unternehmen sowie Casinos ohne Konsequenzen in die Insolvenz führt.«
Die Wortwahl ist scharf und bewusst zugespitzt. Sie verdeutlicht jedoch, wie stark der Reputationsschaden rund um die Trump-nahen Krypto-Projekte inzwischen diskutiert wird.
Die Zahlen sind eindeutig. Rund 90 Prozent Verlust bei TRUMP, rund 75 Prozent bei WLFI. Parallel dazu politische Anfragen und öffentliche Kritik. Der Fall zeigt, wie schnell Krypto-Projekte, die stark an Personen gebunden sind, in einen Vertrauensstrudel geraten können.
Aufmerksamkeit kann Kurse treiben. Sie kann sie aber genauso beschleunigt fallen lassen, sobald Narrative kippen und Liquidität versiegt.

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