Bitcoin steht vor einem regulatorischen Meilenstein, doch aus Sicht erfahrener Marktbeobachter dürfte dieser kaum kurzfristige Kursfantasie auslösen. Der renommierte Trader Peter Brandt dämpft die Erwartungen rund um den sogenannten Clarity Act deutlich.
Zwar bringe das Gesetz mehr rechtliche Ordnung für den US-Kryptomarkt, doch in den Charts sieht Brandt weiterhin Abwärtsrisiken. Bereits in der aktuellen Marktphase warnt er davor, regulatorische Fortschritte mit unmittelbarer Kursstärke zu verwechseln.
Der Bitcoin-Kurs notiert derzeit unter der 90.000-US-Dollar-Marke. Quelle: CoinMarketCap
Der Clarity Act soll laut Gesetzentwurf des US-Senats die Zuständigkeiten der US-Aufsichtsbehörden im Kryptomarkt klarer trennen und digitale Vermögenswerte rechtlich präziser einordnen. Ziel ist es, Unsicherheiten für Marktteilnehmer zu reduzieren und langfristig Planungssicherheit zu schaffen.
Für Bitcoin bedeutet das vor allem strukturelle Klarheit auf regulatorischer Ebene. Ein direkter Nachfrageimpuls ergibt sich daraus jedoch nicht. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass entsprechende Erwartungen bereits im Kurs berücksichtigt sind.
Peter Brandt zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Chartanalysten im Rohstoff- und Kryptomarkt. Seine Einschätzung zum Clarity Act fällt entsprechend nüchtern aus. Er betont, dass es sich dabei um „kein weltbewegendes makroökonomisches Ereignis“ handele.
Aus technischer Sicht sieht Brandt Bitcoin weiterhin in einer fragilen Marktstruktur. Wörtlich erklärte er:
Das würde, bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von etwa 88.000 US,Dollar, einen Kursabfall von rund 31 Prozent bedeuten. Diese Prognose verknüpft Brandt ausdrücklich nicht mit dem Gesetz selbst, sondern mit der übergeordneten charttechnischen Lage.
Regulierung sei laut Brandt notwendig, eigne sich jedoch nicht dazu, den Wert eines Assets neu zu definieren. Aus technischer Sicht ordnet er Bitcoin weiterhin einem Bärenmarkt zu, weist jedoch darauf hin, dass die regulatorische Klarheit seine Abwärtsneigung etwas abschwäche.
Eine ähnliche Einschätzung äußert John Glover, Chief Investment Officer bei Ledn. Auch er geht davon aus, dass der mögliche Beschluss des Clarity Act vom Markt bereits vorweggenommen wurde. Entsprechend erwartet Glover keine nennenswerte Kursreaktion unmittelbar nach Inkrafttreten.
Kurzfristig sei nicht mit einem Impuls zu rechnen, da regulatorische Klarheit in der Regel frühzeitig eingepreist werde.
Langfristig könne der Clarity Act jedoch dazu beitragen, Bitcoin und Ethereum weiter als investierbare Assets zu etablieren. Positive Effekte auf die Preisentwicklung sieht Glover daher eher verzögert und eingebettet in einen größeren Akzeptanzprozess, nicht als unmittelbare Marktreaktion.
Der Clarity Act verbessert die regulatorische Lesbarkeit des US-Kryptomarkts und stärkt damit die strukturelle Basis für Bitcoin als Anlageklasse. Für die kurzfristige Kursentwicklung bleibt dieser Fortschritt jedoch vermutlich weitgehend irrelevant.
Einschätzungen von Peter Brandt und John Glover zeigen, dass regulatorische Klarheit zwar Risiken auf Systemebene reduziert, die Preisbildung von Bitcoin aber weiterhin von technischer Marktstruktur und Positionierung bestimmt sein dürfte.
Während der Gesetzentwurf langfristig zur institutionellen Verankerung beitragen kann, bleibt Bitcoin somit kurzfristig anfällig für Korrekturen – unabhängig davon, ob der regulatorische Rahmen klarer wird.
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