Das vorgeschlagene Freihandelsabkommen (FTA) der Philippinen mit der Europäischen Union (EU) könnte dem Land helfen, gegenüber seinen ASEAN-Nachbarn bei der Anziehung von EU-Investitionen aufzuholen, sagte ein EU-Handelsbeamter.
„Wenn europäische Investoren in diese Region kommen, beginnen sie mit Singapur, weil es das einfachste Land ist, mit dem man anfangen kann, aber es gibt hier offensichtlich viele Möglichkeiten", sagte Justyna Lasik, Leiterin der Wirtschafts- und Handelsabteilung der Delegation der Europäischen Union auf den Philippinen, am Dienstag am Rande einer Veranstaltung gegenüber Reportern.
„Wenn man Indonesien, Singapur und Malaysia betrachtet, sind die EU-Investitionen auf den Philippinen geringer", sagte sie und wies darauf hin, dass die EU-Investitionen auf den Philippinen auch hinter denen Japans, Chinas und der USA zurückbleiben.
Frau Lasik sagte, das bevorstehende FTA mit der EU werde europäische Investoren in den Bereichen Halbleiter und Elektronik, Rechenzentren und Landwirtschaft anziehen.
„Je mehr der Handel zunimmt, desto mehr Investitionen sind erforderlich, um auch Sektoren wie Landwirtschaft und Halbleiter weiterzuentwickeln", sagte sie.
Sie fügte hinzu, dass EU-Unternehmen, die auf erneuerbare Energien spezialisiert sind, den Philippinen — einem Nettoimporteur von Öl — zugutekommen würden, da das Land mit Kraftstoffpreis- und Versorgungsschocks aufgrund des Iran-Krieges zu kämpfen hat.
Um mehr europäische Investoren anzuziehen, nannte Frau Lasik die Notwendigkeit, Bürokratie abzubauen und lokale Vorschriften an internationale Standards anzupassen.
Die Nettозuflüsse ausländischer Direktinvestitionen sanken laut Bangko Sentral ng Pilipinas im Januar um 39,2 % auf ein Vier-Monats-Tief von 443 Millionen US-Dollar.
Die Philippinen und die EU werden ihre sechste Runde der Handelsgespräche vom 18. bis 22.05. in Manila abhalten.
Die EU hat erklärt, dass sie die FTA-Gespräche mit den Philippinen abschließen möchte, bevor die Berechtigung des Landes für das Allgemeine Präferenzsystem Plus (GSP+) im Jahr 2027 ausläuft. Das Programm ermöglicht bis zu 7.000 auf den Philippinen hergestellten Waren einen zollfreien Zugang zur EU bis 2027.
Handelsministerin Ma. Cristina A. Roque hat erklärt, dass die Verhandlungen für das philippinisch-EU-FTA bis Juni oder Juli abgeschlossen werden könnten, wobei die Unterzeichnung für nächstes Jahr geplant ist. — Beatriz Marie D. Cruz


