Kurzfristige Halter haben sich nahezu vollständig vom Markt zurückgezogen. Daten von CryptoQuant zeigen, dass die realisierten Cap UTXO-Altersbänder für Ein-Wochen- bis Ein-Monats-Halter auf 3,91 % gefallen sind – ein Niveau, das zuletzt im Oktober 2023 erreicht wurde, als Bitcoin bei rund 27.000 $ gehandelt wurde.
Dieses stille, im Hintergrund ablaufende Signal zieht nun die Aufmerksamkeit von Analysten auf sich, die sagen, es deute auf etwas Größeres hin: Bitcoin könnte stark unterbewertet sein.
Eine gemeinsame Umfrage von Coinbase Institutional Research und Glassnode befragte zwischen dem 16.03. und 07.04. insgesamt 91 globale Investoren. Die Gruppe umfasste 29 institutionelle und 62 nicht-institutionelle Teilnehmer. Was sie herausfanden, markiert einen klaren Bruch gegenüber der Lage vor wenigen Monaten.
Rund 82 % der institutionellen Befragten und 70 % der nicht-institutionellen Befragten klassifizieren den aktuellen Markt nun als späte Bären- oder Abwertungsphase. Im Dezember vertrat nur etwa ein Drittel diese Ansicht. Der Wandel vollzog sich schnell.
Die Bewertungsmeinungen waren ebenso eindeutig. Etwa 75 % der institutionellen und 61 % der nicht-institutionellen Befragten sagten, Bitcoin sei zu aktuellen Preisen unterbewertet. Nur sehr wenige bezeichneten ihn als überbewertet.
Auch die Erwartungen zur Bitcoin-Dominanz veränderten sich. Der Anteil der institutionellen Anleger, die einen Anstieg der Dominanz erwarten, sank von 40 % auf 25 %. Eine Mehrheit – etwa 54 % – erwartet nun, dass sie nahe dem aktuellen Niveau von 58,1 % bleibt, während 21 % einen Rückgang prognostizieren.
Die Umfrageergebnisse stehen nicht allein. Onchain-Daten erzählen eine ähnliche Geschichte.
Der Bitcoin Combined Market Index des Analysten Woominkyu, bekannt als BCMI, vereint vier separate Metriken: MVRV, NUPL, SOPR und die Anlegerstimmung.
MVRV vergleicht den Marktwert mit dem realisierten Wert. NUPL verfolgt den nicht realisierten Nettogewinn und -verlust aller Halter. SOPR misst, ob Coins mit Gewinn oder Verlust verkauft werden. Zusammen ergeben sie ein umfassendes Bild sowohl des Preises als auch des Verhaltens.
Der BCMI bewegte sich zuletzt von 0,26 auf 0,37 – ein Bereich, der historisch gesehen mit Phasen tiefer Unterbewertung zusammenfiel. Sein 90-Tage-Durchschnitt tendiert weiterhin nach unten, was signalisiert, dass der Verkaufsdruck noch nicht vollständig nachgelassen hat.
Woominkyu sagte jedoch, die Daten deuteten darauf hin, dass das Abwärtspotenzial im Verhältnis zum langfristigen Aufwärtspotenzial begrenzt werde und der Markt in das eintreten, was er eine „Wertakkumulationszone" nannte.
Analyst Crypto Dan machte im März eine ähnliche Beobachtung. Basierend auf dem Rückgang des UTXO-Altersbandes sagte er, Bitcoin nähere sich unterbewertetem Territorium, obwohl ein endgültiges Tief noch nicht bestätigt wurde.
Historische Muster deuten auf ein mögliches Zyklusminimum hinBerichten zufolge hat Bitcoin immer dann, wenn das Ein-Wochen- bis Ein-Monats-UTXO-Altersband seit 2021 solche Niveaus erreicht hat, typischerweise innerhalb von drei bis sechs Monaten ein Zyklusminimum gefunden. Dieses Muster garantiert keine Wiederholung, verleiht der aktuellen Konstellation jedoch ein gewisses historisches Gewicht.
Beitragsbild von MetaAI, Chart von TradingView


