Joseph Bankman und Barbara Fried, Eltern des inhaftierten FTX-Gründers Sam Bankman-Fried, hatten am vergangenen Wochenende ihren ersten Fernsehauftritt bei CNN's Smerconish. Ihr Hauptargument: Die strafrechtliche Verurteilung ihres Sohnes sei unbegründet, da FTX-Kunden letztendlich ihre Gelder zurückerhalten hätten.
Der Auftritt ging einem bedeutenden FTX-Auszahlungsereignis voraus. Etwa 2,2 Milliarden US-Dollar sollen Ende März vom FTX Recovery Trust ausgezahlt werden. Diese Zahlung wird die gesamten Vermögensrückführungen auf etwa 10 Milliarden US-Dollar erhöhen.
Allerdings blieb eine kritische Nuance im Interview der Eltern weitgehend unerwähnt. Jede Ausschüttung erfolgt in US-Dollar und ist an Vermögensbewertungen vom November 2022 gebunden, als das Insolvenzverfahren begann. In diesem Zeitraum wurde Bitcoin mit etwa 16.800 US-Dollar bewertet.
Heute wird Bitcoin nahe 69.000 US-Dollar gehandelt. Während seines Höchststands im Jahr 2025 überstieg die Kryptowährung 126.000 US-Dollar.
Gläubiger, die während des FTX-Zusammenbruchs einen Bitcoin besaßen, erhalten nicht einen Bitcoin zurück. Stattdessen erhalten sie den Dollar-Gegenwert von 2022 für diesen Bitcoin, ergänzt durch Zinsen. Der Unterschied stellt eine erhebliche Differenz im tatsächlichen Wert dar.
Joseph Bankman verteidigte auch die umstrittenen Geldtransfers von FTX an Alameda Research, das verbundene Handelsunternehmen. Er charakterisierte diese Bewegungen als gewöhnliche Kreditpraktiken und zog Parallelen zu konventionellen Marktoperationen.
Diese Position widerspricht den regulatorischen Reformen, die nach dem Fall von FTX umgesetzt wurden. Rechtsräume wie Hongkong, die Europäische Union und ausstehende US-Gesetzesvorschläge verbieten nun ausdrücklich die Vermischung von Kundeneinlagen mit proprietären Handelsoperationen. Diese regulatorischen Rahmenbedingungen entstanden direkt als Reaktion auf den FTX-Skandal.
Die Familie hat sich aktiv für eine präsidiale Begnadigung durch Donald Trump eingesetzt. Aus seiner Gefängniszelle hat SBF eine Präsenz auf X aufrechterhalten und Unterstützung für die aktuellen Richtlinien des Weißen Hauses geäußert.
In einem Gespräch mit der New York Times im Januar schloss Trump eine Begnadigung von Bankman-Fried ausdrücklich aus. Diese Haltung steht im Gegensatz zu seinen Gnadenentscheidungen für andere Persönlichkeiten der Kryptowährungsbranche, wie den Silk Road-Gründer Ross Ulbricht und den ehemaligen Binance-CEO Changpeng Zhao.
Aktuelle Polymarket-Quoten beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Begnadigung auf nur 12%.
SBFs Rechtsbeschwerde durchläuft weiterhin das Gerichtssystem. Bundesstaatsanwälte haben seine Anschuldigungen politischer Verfolgung zurückgewiesen, während sein Antrag auf ein neues Verfahren auf anhaltenden Widerstand stößt.
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